Prozessoptimierung
Optimierte Prozesse sparen Kosten

Laufende Prozesse optimieren

Der Herstellungsprozess für Präzisionsdrehteile ist oft komplex und wird über die Jahre laufend den Umständen angepasst. Das sichert die Qualität und Prozesssicherheit, aber verteuert in der Regel das Produkt. Wir wollen diesen Zyklus bei laufenden Prozessen umkehren und begeben uns auf die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau.

Ein Präzisionsdrehteil aus 1.2714 mit dem Aussendurchmesser ø50, welches regelmässig in Produktionslosen von 2000 Stück läuft, entspricht der ober erklärten Ausgangslage. Die zentrische Durchgansbohrung mit ø17.5 ±0.05 wurde bisher mit einem VHM-Bohrer ø17 vorgebohrt und anschliessend ausgedreht. Das relativ grosse Aufmass von 0.5mm führt beim Ausdrehen zu starker Spanbildung. Verkratzte Oberflächen und ein hoher Verschleiss auf dem Ausdrehwerkzeug sind die Folge. Als ersten Optimierungsschritt wurde die Bohrung neu mit zwei Durchgängen ausgedreht. Das bringt eine erste Verbesserung bei der Oberfläche und Prozesssicherheit, kostet aber wertvolle Bearbeitungszeit und die Standzeiten vom Werkzeug nehmen sogar leicht ab.

Jeton Rama, unser Abteilungsleiter und Spezialist für Drehteile welche ab Stange bearbeitet werden, setzte sich höhere Ziele und begibt sich auf die Suche der eierlegenden Wollmilchsau. Das Ziel ist, die Bearbeitungszeit zu reduzieren, die Standzeiten der Werkzeuge erhöhen, die Oberflächenqualität steigern und das bei optimierter Prozesssicherheit.

Verschiedene Bohrer und Ausdrehwerkzeuge werden getestet, das Resultat war aber nicht befriedigend. Gespräche mit einem weiteren Werkzeuglieferanten machen Jeton Rama aber hellhörig. Der Vorschlag, einen Standart-VHM-Bohrer ø17.35 aus dem Sortiment mit Zolldimensionen von SFS könnte den entscheidenden Vorteil bringen. Dieser Bohrer wird mit vier Innenkühlkanälen geliefert, was dank unserem Kühlwasser-Hochdruckaggregat von bis zu 70 bar den Spanabfluss beschleunigt und die Standzeit vom Bohrer deutlich erhöht. Das Ausdrehen profitiert vom grösseren Bohrer und danke dem kleineren Aufmass genügt ein einzelner Durchgang beim Ausdrehen.

Fazit: Unsere Ziele konnten klar erreicht werden. Die optimierte Prozesssicherheit, um 20’’ Sekunden verkürzte Bearbeitungszeit, höhere Standzeit der Werkzeuge und verbesserte Oberflächenqualität bringen uns dem Ziel auf der Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau deutlich näher. Dazu braucht es gute Mitarbeiter mit grossem Know-How und viel Energie um neben dem Tagesgeschäft solche Optimierungen durchzuziehen.

Ihr Autor

Jeton Rama
Abteilungsleiter Décolletage Tel. 062 956 20 31 betrieb@moser-ingold.ch